Die klassische Management-Hierarchie hat ausgedient

Das Zukunftsinstitut schreibt zu New Work: „Die Digitalisierung wirft den Menschen auf sein Menschsein zurück – vor allem im Arbeitsleben. Wenn Maschinen künftig bestimmte Arbeiten besser verrichten können als der Mensch, beginnen wir, über den Sinn der Arbeit nachzudenken. Wenn die Arbeit uns nicht mehr braucht, wofür brauchen wir dann die Arbeit? New Work beschreibt einen epochalen Umbruch, der mit der Sinnfrage beginnt und die Arbeitswelt von Grund auf umformt.“


Drei von vielen Aushängeschildern der internationalen „New-Work-Bewegung“ sind Frederic Laloux mit seinem Buch „Reinventing Organisations“, Brian Robertson mit seinem „Holacracy-Konzept“ oder Bodo Janssen mit seinem Unternehmen „Upstalsboom“ und dem Film „Die stille Revolution“. Zunehmend wird auch Gerhald Hüther, Neurobiologe und Gründer der Akademie für Potentialentfaltung in diesem Zusammenhang genannt. Zuletzt habe ich Frederic Laloux und Gerhald Hüther zu diesem Thema auf der NWX19 (New Work Event von Xing) gehört.


Sie alle haben wunderbare Theorien, führen Untersuchungen durch und erstellen und realisieren Konzepte mit oder in ihren Unternehmen, um sinnstiftende Zusammenarbeit in Unternehmen zu schaffen oder Mitarbeitern zu mehr Eigenverantwortung zu führen.


Digitalisierung und Generation Y fordern neue Zusammenarbeit


Die klassischen Management-Hierarchien und die festgeschriebenen Stellenbeschreibungen sind keine erfolgsversprechenden Tools mehr im digitalen Zeitalter. Die rationale Leistungsgesellschaft hat ausgedient und das Zeitalter der Kreativökonomie ist angebrochen. Unternehmen werden langfristig nur noch erfolgreich bleiben, wenn die Potenzialentfaltung eines jeden einzelnen Menschen in den Mittelpunkt gestellt wird. Die Arbeit steht im Dienst des Menschen, das haben wir im Laufe der Zeit vergessen. Wir arbeiten nicht mehr, um zu leben, und wir leben nicht mehr, um zu arbeiten. Die Zukunft besteht daraus, dass jeder Mensch, ganz individuell eine für sich gelungene Symbiose von Leben und Arbeiten erschafft.


Und für Unternehmen heißt das, dass sie Mitarbeiter nur dann langfristig an ihr Unternehmen binden können, wenn sie ein Umfeld schaffen, welches genau das den Mitarbeitenden ermöglicht. Und ich spreche nicht von Kickertischen und kostenlosen Muffins.


Drei wichtige Trends in der Unternehmensentwicklung


Doch was genau ist dafür notwendig? Nach Fréderic Laloux sind das folgende drei Dinge:


  1. Selbstführung: Die Natur funktioniert seither auf der Basis von komplexen adaptiven Systemen. Auch Unternehmen können ohne jede Hierarchie geführt werden. Wir brauchen kein „Empowerment“ in vorhandenen Hierarchien, wir brauchen Unternehmen, die so gestaltet sind, dass alle Macht haben und niemand machtlos ist. Dass die Menschen selbst das Unternehmen „empowern“.

  2. Ganzheit: Unternehmen müssen sich dahingehend wandeln, dass sich Menschen dort nicht nur mit ihrem vergleichsweise begrenzten „beruflichen“ Selbst einbringen dürfen, sondern sich auch mit ihrer emotionalen, intuitiven und spirituellen Seite ihres Selbst zeigen dürfen.

  3. Evolutionärer Sinn: Organisationen sind aus sich selbst heraus lebendig und entwickeln sich in eine Richtung. Dafür muss eine Kultur geschaffen werden, in der Menschen im Unternehmen eingeladen sind, zuzuhören und zu verstehen, was das Unternehmen werden will und welchem Sinn es dienen möchte.


Vielen Unternehmen sind diese Trends bewusst und doch geht es um so viel mehr als Unternehmen neu zu formen.


Die Umformung beginnt mit den Menschen


Das Wachsen in eine neue Form der Zusammenarbeit ist ein sehr persönlicher Prozess. Man kann ihn niemandem aufzwingen. Aber wenn wir uns immer unwohler in den Unternehmen fühlen, wenn wir froh sind, dass der Feierabend anbricht oder das Wochenende und wenn wir einfach mutlos und vielleicht frustriert sind, weil wir verschiedene Themen schon oft in der Organisation angesprochen haben und nichts passiert ist, dann ist das ein klares Signal dafür, dass im gegenwärtigen Zustand keine Lösung gefunden werden kann. Wir müssen uns und die Organisation weiterentwickeln.


Doch wie entwickeln wir uns hin zu dieser neuen sinnstiftenden Zusammenarbeit? Wie zeigen wir uns in Unternehmen mit unserem vollständigem Selbst? Dazu gilt es zunächst einmal Erkenntnisse über uns selbst zu erlangen. Das schaffen wir, indem wir die Situationen, die uns unter Druck setzen, die uns Stress bereiten, genauer untersuchen.


Eine neue innere Haltung entwickeln


Wir untersuchen all die einschränkenden Glaubenssätze, die wir in uns und in der Zusammenarbeit mit unseren Kollegen finden. Wenn wir das konsequent tun, können wir eine andere innere Haltung entwickeln. Diese innere Haltung ist der Schlüssel zur New Work. Wir lernen uns selbst besser kennen, wir lernen präsent und aufmerksam zu sein, spüren Ganzheit und lernen mit Widrigkeiten angemessen umzugehen und uns unsere Weisheit und Energie jenseits der Rationalität zu erschließen. Wir sind in voller Präsenz, Klarheit, Offenheit und Kreativität da. Jeden Tag.


Wir sind tatsächlich interessiert an unseren Erfahrungen und den Erfahrungen unserer Kollegen. Wir schaffen einen gemeinsamen Raum in der Zusammenarbeit, indem empathisches Zuhören anderen hilft, ihre Stimme, Authentizität und Kraft zu finden.


Wie es Fréderic Laloux in seinem Buch „Reinventing Organizations“ formuliert, „Wir folgen nun der Haltung, dass auch wenn etwas Unerwartetes geschieht, oder wir Fehler machen, die Situation gut ausgehen wird und wenn nicht, dann hat uns das Leben eine Möglichkeit zum Lernen und Wachsen gegeben.“ Dadurch entsteht ein tiefes Vertrauen zu unseren Kollegen und den Ereignissen, die von außen auf uns einströmen. Wir selbst werden zu den Sinnstiftern für unsere Arbeit. Wir selbst werden zum „Empowerment“ für die Organisation. Wir selbst erschaffen diese „New Work“. Es reicht, wenn einer anfängt. Warum nicht Sie?


Und genau das ist der Schlüssel zur Gestaltung sinnstiftender Formen der Zusammenarbeit.


Wenn Sie nun neugierig geworden sind. Unser nächster Inspirationsvortrag findet am 23. Mai 2019 in Hamburg statt.


https://www.institut-fuer-achtsame-fuehrung.de/events-1/inspirationsvortrag

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